15. - 22. August 1998:

Bergtour rund um die Dachsteingruppe


- Mit Bildern -


Samstag, 15. August 1998:
[H1] Meinen Aufstieg beginne ich in Filzmoos (1057 m) (im Hintergrund sind Große und Kleine Bischofsmütze zu sehen). Es ist heiß. Ich komme zur Bachl-Alm (1496 m). Unterhalb von dieser [H9] gibt es recht zahme Murmeltiere. [H13] In der Abenddämmerung komme ich bei der Austria-Hütte (1630 m; OeAV-Sektion Austria) an.

Sonntag, 16. August 1998:
Weiterer geht mein Aufstieg [H18] durch das Edelgrießkar (mehr Grieß als edel) auf die Edelgrießhöhe. [H20] Ich blicke noch einmal zurück. [H21] Auf der neuen Seite der Höhe tun sich weite wegetationslose Kare auf, im Hintergrund ist schon die Hochfläche "Auf dem Stein" zu sehen, die ich überqueren will. Ich stelle mir es schön vor, hier weglos einfach darauf los zu laufen.
Ich bleibe jedoch auf dem markierten Weg. Es geht durch ein Kar. Ich mache einen Abstecher zur [H24]Scheichenspitze (2664 m). [H25] Von hier genieße ich herrliche Tiefblicke auf die Ramsau.
Am Fuße des Berges [H30] erfrischt mich ein kühles Bad. Danach gehe ich weiter zum Guttenberghaus (2146 m; OeAV-Sektion Austria). Abends [H32] blicke auf die Lichter von Schladming und sehe ein Wetterleuchten in der Ferne.

Montag, 17. August 1998:
Ich mache einen kurzen Aufstieg zum Kreuz des Sinabel (2340 m; höchster Punkt 4 m höher). [H34] Ich sehe auf das Guttenberghaus hinab (im Hintergrund die Scheichenspitze). [H35] Danach beginnt mein langer Weg über die Hochfläche "Auf dem Stein". [I1] Das ist eine zuerst karge, später wegen leicht abfallender Höhe immer stärker begrünte Karstlandschaft. Ab [I6] dem unbesetzten Postenstand "Soleitbühel" mache ich einen Abstecher (Weg mit alter Markierung und Steinmännchen) zum [I7]Schneeberg-Seelein. [I8] Der See ist nicht tief, hat aber einen sehr weichen Grund.
Es geht weiter. Selten begegnen mir Leute. Am späteren Nachmittag [I11] komme ich zur Gjaid-Alm (1739 m). Diese liegt in einer Senke mit zwei Quellen (eine Seltenheit in der Karstlandschaft). Ich trinke viel!
Ich wollte noch bis zu den Dachsteinhöhlen absteigen. Zur Vermeidung eines vermeintlichen "Berges" wähle ich die Strecke [I13] über das Heilbronner Kreuz (ca. 1900 m). Der Weg ist eher langweilig. Das Kreuz wurde zum Gedenken an 13 Heilbronner Schüler und Lehrer errichtet, die am Karfreitag 1954 bei einem Schneesturm die Orientierung verloren haben und ums Leben gekommen sind. [I14] Dann laufe ich noch eine lange Stunde durch weitere Karstlandschaft mühsam ab und auf, rechts und links. Der Umweg über das Kreuz hat sich zumindest zeitlich nicht gelohnt. Endlich Abstieg zu den beiden großen Dachsteinhöhlen mit angeschlossenem Gasthaus (1340 m). [I16] Ich treffe gerade mit dem Einbruch der Dunkelheit um 20:40 Uhr ein, so dass ich meine Stirnlampe nicht herausholen muss.

Dienstag, 18. August 1998:
Ich besichtige [I20] zuerst die Rieseneishöhle, [I21] danach die Mammuthöhle (diese heißt wegen ihrer großen Länge so). In einem kleinen Museum [I28] ist das Höhlensystem im Modell dargestellt.
Sodann mache ich mich wieder an den Aufstieg. Ich habe gerade den steileren Teil hinter mir, als leichten Regen mit Gewittereinlagen aufkommt. Ich stülpe mir meinen Regenumhang über und kauere mich in eine Vertiefung. Nach einiger Zeit läßt der Regen nach und ich gehe weiter. Die Gewitterstimmung bleibt jedoch, so dass ich in der Gaststätte des Schutzhauses am Gipfel Schutz suchte. [I33] Ich blickte auf die verregnete Terrasse; im Radio wird der Tod von Hans Joachim Kulenkampff verkündet und der Schauspieler mit einer Biografie gewürdigt. Meine Anfrage nach Übernachtungsmöglichkeit wird abgewiesen, da wegen fehlender weiterer Interessenten die Wirtsleute ins Tal zurück wollen. Ich besuche noch die benachbarte Kapelle. Draußen kracht es manchmal. Schließlich gehe ich los. Über eine Skiabfahrt erreiche ich schneller als ich dachte die Gjaid-Alm (1739 m). Eigentlich möchte ich noch bis zum Wiesberghaus weitergehen. Wegen des leichten Gewitters entschließe ich mich jedoch, auf der Gjaid-Alm zu übernachten.

Mittwoch, 19. August 1998:
[J3] Es regnet leicht. Relativ spät gehe ich trotzdem los. Der Regen hört jedoch bald auf. Durch nebelige Landschaft komme ich zum [J5]Wiesberghaus (1873 m; Touristenverein "Die Naturfreunde"), wo ich eine Rast einlege. Dann gehe ich weiter auf dem alten Franz-Josef-Reitweg hoch zur Simony-Hütte (2203 m; OeAV-Sektion Austria). [J9] Dort gibt es z. Zt. 17 Huskies, mit denen im Winter Schlittenfahrten durchgeführt werden. [J11] Weil die Hütte auf einem Vorgipfel liegt, fühle ich mich nach dem Durchwandern der Karstflächen wieder richtig im Gebirge. (Auf dem Bild ist der ehemalige Reitweg gut zu erkennen.) [J12] Von der Hütte sieht man auf den Hallstädter Gletscher, zu dem ich noch einen Ausflug mache.

Donnerstag, 20. August 1998:
Bei wieder strahlendem Sonnenschein gelange ich über den Hohen Trog (2354 m) durch überwiegend wegloses, aber gut markiertes Gelände in mehrstündigem Auf und Ab [J31] zur Adamek-Hütte (2196 m; OeAV-Sektion Austria). Abends sind Steinböcke zu sehen. Es regnet auch wieder. Danach [J33] erlebe ich einen herrlicher Sonnenuntergang. Die Sonne verschwindet hinter dem Gosaukamm. [J34]

Freitag, 21. August 1998:
[K1] Das Wetter sieht ganz gut aus. Über den Linzer Weg steige ich zuerst auf (über das hellgraue Band links oben im Fels) und dann weit herunter. [K11] Wieder in almartigem Gefilde mit Kühen sehe ich Große und Kleine Bischofsmütze vor mir. Links auf einem "Hügel" ist schon mein Tagesziel erkennbar: die Hofpürglhütte (1703 m; OeAV-Sektion Linz).
Beim nächsten Bild streickt mein Fotoapparat - die Batterie ist leer. Ich gehe weiter zur Hütte. Ich mache Mittagsrast. Den Nachmittag nutze ich für den Einkauf der Batterie. Ohne Rucksack eile ich in rekordverdächtigem Tempo hinunter zum Parkplatz. Als Anhalter gelange ich nach Filzmoos. Ich hole Geld (es war mir schon knapp geworden) und kaufe die Batterie und noch ein paar Lebensmittel. Als Anhalter komme ich wieder recht schnell zum Parkplatz. Es folgt ein schneller Aufstieg zurück zur Hütte. Abends esse ich Schnitzel mit Pommes Frites. Wegen des unsicheren bis schlechten Wetters sind wir nur zwei Übernachtungsgäste.

Samstag, 22. August 1998:
[K17] Ich gehe nochmals ein Stück den Weg vom Vortag zurück, um die Hofpürglhütte zu fotografieren. Die Bischofsmützen bleiben in den Wolken verborgen. [K20] Mittags esse ich ein Bio-Schnitzel.
Schließlich steige ich ab. [K22] Ein Blick zurück auf die Hütte. Über den Marchegg-Rücken [K32] gelange ich wieder nach Filzmoos (1057 m). Kurz spitzt noch einmal die Große Bischofsmütze aus den Wolken.
Meine Rundwanderung ist damit abgeschlossen.


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Volker Seibt